Essen: Meine Erfahrungen mit Rohkost

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Aus der Suche nach einer gesunden Diät wurde ein neuer Ernährungsstil mit vielen unterschiedlichen positiven Auswirkungen aufs Wohlbefinden.
Mein Name ist Shanice, ich bin 19 Jahre alt und seit Juni 2011 Rohköstlerin (mit Unterbrechung – dazu später mehr). Wie kam ich darauf?

Nun, um einen kleinen Einblick zu bekommen: ich war zuerst Vegetarier. Ich wechselte zum Vegetarismus im September 2010, da mir einige Videos von Schlachthäusern und Informationen über das Fleisch zugekommen waren und ich als Au Pair nach Amerika ging und meine Gastfamilie ebenfalls vegetarisch lebte. Da ich ein kleines Schleckermaul bin, nahm ich im Laufe der Zeit ein wenig zu und das Fastfood in den Staaten tat sein übriges hinzu. Es war nicht übermäßig viel, aber ich fühlte mich unwohl in meiner Haut.
Also suchte ich nach gesunden Diäten und kam auf Rohkost. Das Interessante an der Sache war, dass ich noch zwei Monate früher gesagt hatte, dass ich das niemals machen könnte und nun sah das schon ein wenig anders aus.
Ich bestellte mir das Buch „Rohkost statt Feuerkost“ von Helmut Wandmaker, aber wegen dem Versand in die USA dauerte das etwas länger. Ich fing in der Zwischenzeit schon mal an, wusste jedoch erst gar nicht, was da so alles auf mich zukommt. Die ersten paar Tage waren okay, frisches Bioobst und –Gemüse war schließlich im Haus (die Amis sind da teilweise sehr gesund angehaucht). Danach kämpfte ich ein wenig mit Heißhungerattacken, lag womöglich an der radikalen einseitigen Ernährungsweise. Nach knapp zwei Wochen wollte ich die Sache hinschmeißen, zumindest solange bis mein Buch ankommt. Genau an diesem Tag kam es an. Ich sah dies als Zeichen an und machte weiter.
Meine Gastfamilie stand Gott sei Dank auch hinter mir und suchte ein paar Rohkost Restaurants und Läden in der Nähe raus. In Amerika gibt es auch wirklich alles. Nachdem ich dann das Buch von Helmut Wandmaker gelesen hatte war ich neugierig, und suchte mir ein paar Rezepte aus dem Internet und probierte diese. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber okay.
Nach ein paar Wochen wurde ich von meiner Gastfamilie in eins dieser Rohkost Restaurants eingeladen und war begeistert was es dort für super leckere Gerichte gab. Ich erkundigte mich nach den Rezepten und bekam ein Buch in die Hand gedrückt in dem alle Rezepte von diesem Restaurant drin standen, oder zumindest sehr viele. Natürlich nahm ich es mit und testete Zuhause aus.
Übrigens merkte ich schon nach einer Woche, dass die Hosen wieder weiter wurden, dazu kamen noch nette Nebeneffekte wie Energiegeladenheit (ich konnte teilweise vor ein Uhr nicht schlafen, war dafür aber schon um sieben oder acht Uhr putzmunter), bessere Haut (war vorher oft gerötet und unrein), klarer Kopf und vor allem ein starkes Immunsystem. Meine Gastkids waren öfters krank und in der Regel steckte ich mich so ziemlich jedes Mal an, während meiner Rohkostzeit allerdings nicht, auch wenn ich Getränke mit ihnen teilte.
Das Verlangen auf Gekochtes verging zwar nie wirklich, aber ich konnte es immer ausgleichen mit Produkten die es dort einfach im Laden gab (Wholefoods hatte extra eine Abteilung dafür).
Etwas über drei Monate zog ich es voll durch und nahm auch gut ab, bis ich wieder nach Deutschland kam. Da waren die ersten Tage noch Rohkost, aber dann wurde es schon schwieriger bei einer siebenköpfigen Familie auf dem Land. Da gab es fast jeden Tag gekochtes und Gebäck und die leckeren Torten von der Oma …
Abgesehen davon gab es im Laden „nur“ rohes Obst und Gemüse, Nüsse auch, aber sonst nichts. Ja, ich war schon ein bisschen verwöhnt von Amerika, da gab es schließlich alles, von Crackers über Rohkost-Kuchen bis hin zu Sandwiches und Nori Rolls. Und hier wieder dieses „einseitige“ Ernährungsbild. Also entschloss ich mich dazu, eine Pause einzulegen und zu sehen wie es mir dabei so geht.
Schon nach nur wenigen Tagen fühlte ich mich schwer und aufgedunsen und ich nahm auch wieder zu. Das ging mehrere Wochen so. Ich wollte dann zwar wieder umsteigen, jedoch war der innere Schweinehund stärker und ich war anscheinend noch nicht wieder soweit.
Jetzt Anfang November machte es „Klick“ und ich stellte wieder von heute auf morgen um und fühle mich nun wieder gut und vital. Dieses Mal sind die Heißhungerattacken kaum bis gar nicht mehr vorhanden.
Nun zu den Lebensmitteln, da achte ich in der Regel darauf, dass sie aus ökologischem Anbau stammen, was jedoch nicht immer gelingt, da nicht alles Bio ist und die steigenden Preise es nicht immer erlauben. Eigenes Gemüse gab´s auch, jedoch wächst im Herbst und Winter nichts mehr. Mein Tagesablauf ist eher unterschiedlich, manchmal brauche ich nur zwei Mahlzeiten am Tag und dann mal wieder drei. Diese bestehen am Morgen aus Früchten oder einer Avocado, mittags oder abends gibt es Salat oder andere Rohkost Gerichte.
Wenn ich mal Lust auf etwas Süßes habe, dann esse ich einfach eine süße Frucht, gelegentlich auch getrocknet, wie Papayas. Nüsse esse ich auch, mal so zwischendurch. Viel Bewegung ist auch wichtig. Ich mache gerne ein Zumba-Workout, das macht Spaß und verbrennt viele Kalorien. Spaziergänge an der frischen Luft tun gut und bringen den Kreislauf in Schwung.
Achten muss man als Rohköstler beim Einkauf z.B. darauf, dass gewisse Produkte ohne Zucker (wird ja fast schon überall zugegeben) oder andere Zusätze sind, die nicht natürlich sind. Auch, dass die Lebensmittel nicht oder nur gering erhitzt wurden. Alkohol sollte tabu sein, ebenso Zigaretten.
Ebenfalls sollte auf eine ausgewogene Ernährung wert gelegt werden, mal selbst Cracker´s herstellen oder im Internet bestellen, Gerichte ausprobieren mit verschiedenen Zutaten, etc. Frische Luft und Bewegung sollten nicht fehlen. Nahrungsmittelergänzungen wie beispielsweise Spirulina, Chlorella, Afa-Algen, Vitamine, Mineralien und Enzyme (von speziellen Rohkostseiten) sind empfehlenswert aber nicht unbedingt notwendig, je nachdem wie man sich fühlt, denn es kann auch vorkommen, dass man sich zwar gesund ernährt, allerdings kaum Nährstoffe mehr enthalten sind, da die Lebensmittel oft sowohl genetisch sehr verändert wurden, aber auch aus logistischen Gründen zu früh geerntet werden.

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